Salz

Salz
Es wird unbedingt bestes unraffiniertes Meersalz empfohlen. Da das Salz eine sehr wichtige Rahmenbedingung für den Fermentationsprozess ist (neben dem Luftabschluss), ist die Qualität sehr wichtig.

Was bedeutet unraffiniert ? Dem Meersalz dürfen keine Stoffe entzogen worden sein, damit die ganze Bandbreite an Mineralien im Salz enthalten ist. Es dürfen ihm auch keine Stoffe hinzugefügt worden sein. Jodiertes Salz funktioniert nicht für die Fermentation und Rieselhilfen sind ebenfalls nicht erwünscht.

Es ist egal, ob wir heutiges Meersalz verwenden oder altes historisches Meersalz, das aus der Tiefe der Erde gewonnen wird, sogenanntes Ursalz. Wichtig ist, dass es unraffiniert ist. „Unraffiniert“ sollte explizit auf der Verpackung stehen.

Als Daumenregel für die Salzmenge in einem Ferment ist 2 % Salz ein guter Wert : Gute ausgewogene Aromen bekommt man mit 2 % Meersalz.

Für Sauerkraut gilt: 2 Gewichtsprozent des geschnippelten Kohls als Meersalz dazugeben. Bei 1000 g Kohl müssen 20 g Meersalz dazugegeben werden. Das ergibt ein Sauerkraut mit 2 % Salzgehalt.

Salinität von Salzlaken mit denen man das Gemüse übergießt: Auf 1 Liter Wasser kommen 20 g Meersalz. Das Salz wird einfach in kaltem Leitungswasser aufgelöst. Es ist nicht nötig, das Wasser vorher oder anschließend abzukochen.

Die Menge von 20 g Meersalz entspricht ungefähr einem Esslöffel. Eine Überprüfung dieser Menge mit einer feinen Haushaltswaage ist am Anfang ratsam.

Ist man etwas fortgeschrittener und hat schon Fermentiererfahrung gesammelt, kann man mit folgenden Daumenregeln seine Fermente weiter ausbalancieren:

Im Sommer mehr Salz nehmen, im Winter weniger. Je mehr Salz man nimmt, desto langsamer kommt die Fermentation in Gang.

Je mehr Salz man nimmt, desto saurer wird das Ferment, weil viel Salz die homofermentativen Milchsäurebakterien fördert.

Knackigeres Gemüse erhält man durch mehr Salz. Das ist wichtig für Gurken und Zucchini. Diese Gemüsesorten werden sonst sehr schnell matschig.

Es bleibt zu bedenken, dass sauer und knackig nicht die einzigen Kriterien eines guten Fermentes sind. In der Regel erzielt man mit niedrigerer Salinität (2 % Salz) die besten Ergebnisse.

 

Wie wirkt das Salz ?

0 % Salz: Ohne Salz keine Wirkung, das Gemüse verrottet.

1 % Salz wirkt gegen viele schädliche Mikroorganismen.

1-3 % Salz ergibt die größte Vielfalt fermentierender Mikroorganismen und ein gutes Aroma.

3-5 % Salz ermöglicht Fermentation, aber schließt einige Mikroorganismen aus, z.B. Lactobacillus mesenteroides.

10 % Salz schließt alle Mikroorganismen aus. Man erhält Nahrung, die gepökelt ist, aber nicht fermentiert.

16 Gedanken zu “Salz

  1. Pingback: Sauerkraut | Wilde Fermente

  2. Hallo Isa,
    vielen Dank für diesen sehr informativen Blog und den vielen Hintergrundinformationen zum Fermentieren.
    In diesem Beitrag ist explizit vom bestem unraffinierten Meersalz die Rede.
    Nun finde ich in meinen Beständen eine größere Menge Himalaya Salz (grob und fein gemahlen) mit allen oben genannten positiven Eigenschaften. Deswegen gehe ich mal davon aus, dass sich dieses auch zur Fermentation eignet. Bitte um kurze Bestätigung.

    Viele Grüße
    Ulf

    • Hallo Ulf,

      Himalayasalz ist historisches Meersalz, also geeignet. Ist es sinnvoll, Salz um die halbe Welt zu fliegen? Wohl kaum.

      Liebe Grüße, Isa

  3. Pingback: Stangensellerie | Wilde Fermente

  4. Pingback: Wild fermentieren… ?! | Sin die Weck weg -

  5. Pingback: Kkakdugi ? Ja, Rettich-Kimchi ! | Wilde Fermente

  6. Hallo Isa,
    habe eben gelesen, das jodiertes Salz nicht funktioniert? Warum? Ich hab unraffiniertes Meersalz besorgt und dachte, es gibt dem Gemüse noch mal den extra Kick, wenn ich das mit den Meeresalgen nehme, also natürlich jodiert. Kann ich jetzt meine Gurken entsorgen?
    Schöne Grüße
    Christina

    • Hallo Christina,

      unraffiniertes Meersalz, dem nichts weggenommen oder hinzugefügt wurde, ist die beste Wahl. Wird der Jodgehalt zu hoch, bremst das die Fermentation irgendwann aus. Wenn deine Gurkenlake trüb wird und die Gurken/Lake sauer schmecken, ist alles gut. Die Dosis macht das Gift. 😉

      Liebe Grüße,
      Isa

  7. Pingback: Kirschtomaten in der zwölften Dimension | Wilde Fermente

  8. Pingback: Isa´s Fermentierte Karotten - Manuela Rüther

  9. Pingback: Hilfe, die Lake ist trüb! Mein wildes Ferment blubbert ! | Wilde Fermente

  10. Pingback: Wie funktioniert wilde Fermentation? Was ist Milchsäuregärung? | Wilde Fermente

  11. Pingback: Temperatur – Sagen sie mal „A“ ! | Wilde Fermente

  12. Pingback: Ein Relish aus Roter Bete und Meerrettich – Ćwikła | Wilde Fermente

  13. Pingback: Za’atarkraut – mit Pastrami ein perfektes Paar | Wilde Fermente

  14. Pingback: Schnibbelbohnen | Wilde Fermente

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *