Kurkuma & Ingwer in Honig

Ingwer und Kurkuma

 

Unverdünnter Honig wirkt entzündungshemmend und antibakteriell, weil der viele Zucker den Mikroorganismen die Lebensgrundlage entzieht. Sobald dem Honig aber eine ausreichende Menge an Wasser hinzugefügt wird, verliert er diese Eigenschaft. Vermengt man Honig mit Wasser, ist das der Beginn eines wunderbaren, seit Jahrtausenden bekannten Getränkes: Met, aber das wird ein anderer Blogbeitrag werden.

Kurkuma und Ingwer sollten genug Wasser enthalten, um den Honig mit der Zeit so zu verdünnen, dass eine Fermentation in Gang gesetzt wird. Um den Fermentationsprozess möglichst schnell in Gang zu bringen, kann man den Wassergehalt außerdem zusätzlich erhöhen: Man gibt auf ein Liter Gemisch aus Kurkuma, Ingwer und Honig sechs Esslöffel Wasser. Die einsetzende Fermentation lässt sich gut an der Bläschenbildung erkennen.

Bis es soweit ist (Bläschenbildung) muss das Ferment täglich umgerührt werden, weil das Risiko der Schimmelbildung sehr hoch ist. Aber diese Arbeit lohnt sich, denn mit diesem Ferment kann man viele leckere Speisen noch aromatischer und gesünder machen.

Wichtig: Es muss unbedingt und explizit roher Honig sein. Den besten Einkauf tätigt man wohl bei einem Imker seines Vertrauens. Am besten kauft ihr flüssigen Honig. Meine Lieblingssorte ist der würzige dunkle Waldhonig, aber da hat ja jeder seine eigenen Vorlieben.

Kurkuma ist in Berlin nur von Zeit zu Zeit frisch in Bioqualität zu bekommen. Dieses Ferment ist eine wunderbare Möglichkeit der Bevorratung und es macht die Zutaten leicht zugänglich, da sie schon geraffelt sind. Ich mische dieses Ferment gerne unter meinen selbst hergestellten Milchkefir oder Joghurt. Es ist mir diesen Winter auch gelungen, frisch gepressten Orangensaft mit dem aktiven Ferment zu beleben und ein herrlich lebendiges Getränk mit frischer prickeliger Säure herzustellen. Dagegen ist eine gekaufte Orangina langweilige Industrieplörre.

Der Schwarze Pfeffer sollte unbedingt hinzugefügt werden, da das Piperin des Schwarzen Pfeffers die Bioverfügbarkeit des Curcumins erhöht.

Kurkuma & Ingwer in Honig

  • circa 250 g Kurkuma
  • circa 400 g Ingwer
  • 20 Schwarze Pfefferkörner (teils ganz, teils gestoßen, teils gemahlen)
  • Flüssiger roher Honig (mindestens 500 g)
  • 6 Esslöffel Wasser
  • ein 1-Liter-Bügelglas
  • Handschuhe

Die Kurkuma- und Ingwerrhizome unter fließend Wasser abbrausen und abbürsten. Auf Küchenpapier trocknen lassen. Mit der groben Seite der Kastenreibe den Ingwer und Kurkuma raffeln. Achtung: Beim Kurkuma unbedingt Handschuhe tragen, da er sehr stark färbt. Anschließend den geraffelten Ingwer und Kurkuma ins Bügelglas füllen, den Pfeffer dazugeben und mit Honig und Wasser auffüllen. Die nächste Zeit (eventuell Wochen) täglich umrühren bis das Ferment aktiv wird. Das Ferment wird bei Raumtemperatur aufgestellt. Natürlich darf man von Anfang an naschen.

Ist das Ferment aktiv geworden (Bläschenbildung), kann man damit fermentierte Getränke ansetzen.

Das Ferment wird weiter bei normaler Raumtemperatur belassen, damit es weiter fermentieren und seinen Geschmack verändern kann. Bei mir wandert das Ferment nie in den Kühlschrank. Bevor die Bläschenbildung geendet hat, ist das Ferment schon verbraucht – schade.

Eine Anleitung in Wort und Bild findest du durch Anklicken der einzelnen Bilder.

28 Gedanken zu “Kurkuma & Ingwer in Honig

  1. Vielen Dank!!
    Genau diese Anleitung habe ich gesucht. Sie ist einfach und verständlich.
    Das wird sofort ausprobiert.

    Liebe Grüße
    Louise

  2. Vielen Dank für das Rezept. Das möchte ich unbedingt als nächstes ausprobieren. Habe ich es richtig verstanden, dass die Rhizome nicht geschält werden, sondern nur gewaschen und gebürstet?
    Möchte es nicht vermasseln, freu mich schon so auf das Ergebnis. Danke für Deine wundervolle Arbeit für diesen Blog.

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  4. Hilfe!
    Mein Ingwer-Kurkuma-Topf steht seit etwa 10 Tagen in der Küche und wird fleißig gerührt, noch keine Bläschen in Sicht. Aber jetzt muß ich spontan für eine Woche weg. Was mach ich nur damit? Einfrieren? Da fermentiert dann aber nichts mehr nach dem Auftauen, oder? Irgendeine andere Lösung? Und nein, ich habe keinen Babysitter für das Ferment ;(
    Gruß
    Manu

    • Hallo Manu,
      Einfrieren ist suboptimal. Da würde ich eher den Nachbarn fragen, auch wenn ihr euch noch gar nicht kennt. 😉
      Liebe Grüße,
      Isa

      • Rückmeldung, etwas spät 😉
        Ich habs probiert mit dem einfrieren, einen kleinen Teil im Gläschen mit in den Urlaub genommen. Dem hats da sehr gut gefallen, es war warm und es wurde jeden Tag mehrmals geschüttelt.
        Das Impfen der wiederaufgetauten Masse zuhause hat bei mir bei diesem Test hervorragend funktioniert. Leider war das Literglas durch häufiges Probieren ratzfatz leer 😉
        Gruß
        Manu

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  6. Hallo Isa,
    mein „Ferment“ wird am Montag drei Wochen alt. Es sind aber immer noch keine Bläschen zu sehen. Ist das normal? Sonst rühre ich jeden Tag und wir essen auch schon davon – die Hälfte ist bereits weg. Ich hatte kalt geschleuderten Honig aus dem Bioladen verwendet. Sind es die zu warmen Temperaturen? Es können locker über 30 Grad werden (Dachgeschosswohnung).
    Liebe Grüße,
    Nu

    • Hallo Nu,
      im Rezept steht doch, dass es Wochen dauern kann. Nein, Wärme ist sogar zuträglich. Hier ist Geduld gefragt.
      Liebe Grüße,
      Isa

      • Hallo Isa,
        nach 10 Wochen habe ich endlich Bläschen entdeckt und der Geschmack ist deutlich anders. Allerdings ist nur mehr der letzte Zentimeter übrig. Heute setze ich einen neuen Bug an – ich hoffe der blubbert etwas schneller. Eine Frage habe ich da noch, da ich immer noch an meiner Technik zweifle: sind Edelstahl-Löffel zum Umrühren geeignet oder müssen es Holz-/Plastiklöffel sein?
        Liebe Grüße,
        Nu

        • Hallo Nu, Tröste dich, mein Kurkuma-Ingwer-Ferment will gerade auch nicht starten. Vielleicht fehlt es ihm an Wärme? Ich drück dir die Daumen, dass der Bug ganz schnell aktiv wird. Zur Löffelfrage: Metall-Löffel sind voll o.k.
          Liebe Grüße, Isa

  7. Hallo Isa,

    mein Ferment hab ich am 3.9. angesetzt und seither fleißig 1-2 Mal am Tag gerührt. Heute öffne ich das Glas und es blubbert mir fröhlich entgegen, was ja erstmal wirklich toll ist! Es ist allerdings bemerkenswert viel Druck im Glas und ich habe etwas Bedenken, das Glas geschlossen zu lassen über Nacht. Öffne grad so alle drei Stunden und lasse Druck raus. Was würdest du mir raten? Und wann ist die Fermentation ungefähr abgeschlossen?

    • Hallo Ann-Kathrin,
      benutze dein Ferment. Probier es, täglich. Wenn so viel Druck drauf ist, würde ich den Gummiring vorübergehend rausnehmen. Lass es nicht zu weit fermentieren, damit es nicht zu alkoholisch wird. Lass deinen Geschmack entscheiden. Lieber zu früh als zu spät in den Kühlschrank stellen.
      Liebe Grüße, Isa

      • Hallo Isa und danke für die rasche Antwort! Es schmeckt schon total gut und somit ist es nun in den Kühlschrank gewandert. Brauche nur noch nette Ideen, was ich damit machen kann! Werd auf jeden Fall mal das O-Saft-Ferment mit dem Bug ansetzen. Danke für das super Rezept! Hat echt gut geklappt!

  8. Danke Isa, für das tolle Rezept.
    Mein Schwager ist Imker und so sitze ich an der Honig-Quelle – der ist ganz sicher roh. Vor drei Wochen habe ich das Honig-Ingwer-Kurkuma-Ferment angesetzt und letzte Woche mit in den Urlaub genommen – sonst hätte ich es ja nicht schütteln können. Dort stand es im dunklen, warmen Badezimmer. Offenbar hat ihm das sehr gut getan, denn schon ab dem zweiten Tag stiegen beim Schütteln klitzekleine Bläschen auf, die von Tag zu Tag zahlreicher und auch größer wurden. Heute bin ich wieder zu Hause und habe sofort einen Orangensaft damit angesetzt. Das Ferment schmeckt lecker. Nun habe ich den Eindruck, dass die Wärme und die Dunkelheit im Badezimmer dem Ferment sehr gut getan haben. Stimmt das?
    Viele Grüße aus dem Süden
    Shivani

    • Hallo Shivani,
      ja, das Ferment profitiert von der Wärme. In der kalten Jahreszeit ist es in Heizungsnähe bestens aufgehoben. Aber Achtung, nicht zu stark fermentieren lassen. Es wird sonst zu alkoholisch und das haut geschmacklich nicht mehr hin.
      happy bubbles ° o O o ° °°
      Isa

  9. Besten Dank für die Rezepte hier!
    Wieso allerdings ist bei diesem Ferment das Schimmel-Risiko deutlich erhöht? Das ganze findet doch ebenfalls unter prinzipiell für Schimmel ungünstigen Bedingungen statt?

    Freundliche Grüße
    Luke

    • Hallo Luke,
      Die Bedingungen sind deshalb riskanter, weil auf den Ingwer- und Kurkumarhizomen häufig Schimmelsporen sitzen. Schimmelige Ware habe ich schon sehr häufig in den Geschäften gesehen. Zum anderen wird die Phase über dem Ferment, also der Gärkammer, nicht so schnell anaerob. Es dauert mitunter sehr sehr lange, bis die Fermentation so richtig in Gang kommt und der dadurch entstehende Kohlendioxid den Sauerstoff verdrängt.
      Schimmelsporen plus lecker Substrat plus Sauerstoff ergibt Schimmelwachstum. Ich hab es schon erlebt und andere Wilde Fermentierer haben ebenfalls derartiges von diesem empfindlichen Ferment berichtet.
      Also täglich ein Auge auf das Ferment werfen und einmal täglich durchrühren.
      happy bubbles ° o O o ° °°
      Isa

      • Okay danke, verstehe… Durch tägliches Öffnen der Gläser (und Mischen des Inhalts) wird aber doch dann der Zyklus ständig unterbrochen und in der Gärkammer sammelt sich wieder Sauerstoff an? Ich denke mal der pH Wert des Inhalts verschiebt sich von Tag zu Tag in den sauren Bereich und in der geschlossenen Zeit wird jeweils Sauerstoff verdrängt, sodass ähnlich wie bei der Entnahme von gärenden Sauerkraut nichts mehr schief gehen kann, richtig? ?

        Freundliche Grüße
        Luke

        • Du hast es noch nicht ganz verstanden: Anders als beim Sauerkraut tut sich bei diesem Ferment meistens wochenlang NICHTS. Keine Fermentation, keine Blasen, keine CO2-Entstehung. BIS zum Einsetzen der Fermentation (was Wochen dauern kann), muss man sich täglich um das Ferment kümmern, WEIL Sauerstoff vorhanden ist.
          Gruß, Isa

  10. Okay danke, verstehe… Durch tägliches Öffnen der Gläser (und Mischen des Inhalts) wird aber doch dann der Zyklus ständig unterbrochen und in der Gärkammer sammelt sich wieder Sauerstoff an? Ich denke mal der pH Wert des Inhalts verschiebt sich von Tag zu Tag in den sauren Bereich und in der geschlossenen Zeit wird jeweils Sauerstoff verdrängt, sodass ähnlich wie bei der Entnahme von gärenden Sauerkraut nichts mehr schief gehen kann, richtig? 😉

    Freundliche Grüße
    Luke

  11. Hallo Isa, mein erstes Glas neigt sich nun dem Ende zu. Sollte ich bei einem Neuansatz etwas von dem Ferment zum Impfen dazu geben?
    Vom Ferment kommt täglich 1 Esslöffel in mein Frühstück. Ausserdem habe ich damit für meine Frau frisch gepressten Orangensaft und jetzt neuerdings Grapefruit fermentiert. Gefällt ihr besser als frisch gepresst 🙂
    Danke für die tollen Ideen
    Peter

    • Hallo Peter,
      ja, ich mache das inzwischen auch so. Kurz bevor das Glas zur Neige geht, kaufe ich neue Zutaten und setzte mit dem letzten Rest Ferment die nächste Charge an. Das klappt wunderbar. Englisch „back-slopping“.
      Herzliche Grüße,
      Barbara

  12. Schmeckt gut als Marinade für fein geschnittenen Chicorée oder Chinakohl – vorausgesetzt man mag es etwas schärfer.

  13. Pingback: Wilder Met – Honigwein ohne Starter | Wilde Fermente

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